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Alles Paprika, oder?

13. Oktober 2016

Die Würze haben sie, die Ungarn. Da wäre das fantastisch, leckere Gulasch zum einen, Erős Pista, Lángos sowie Lecsó und Paprikasalami zum anderen. Von den Süßspeisen mag ich gar nicht erst anfangen. Umwerfend! Da wird es einem schwindelig… Aber Budapest ist noch viieeel mehr, als das.

Budapest ist ein Mix aus Paris und Wien. Und gleichzeitig ganz anders. Hier trifft zusammen, was nicht zusammenpasst – und doch bilden die vielen Überraschungen ein chaotisch-prächtiges Gesamtbild, das man als sprudelndes Gefühl mit nach Hause trägt. Budapest ist alt und neu, prunkvoll sowie abgewrackt, höchstkulturell und alternativ zugleich.

Szimpla Kert

Hier schlägt das urbane Herz ziemlich balkanesque mit einer Prise Wiener Melancholie, gekrönt mit einer Sprache, die man schwer mit anderen vergleichen könnte, verstehen schon mal gar nicht. Und egal, welche Probleme die Ungarn im Alltag plagen, sie feiern, als gäbe es kein Morgen. Was soll ich sagen, ganz nach meinem Geschmack.

Ich habe es aufgesogen, jeden kleinen Moment, jede Begegnung und Erfahrung. Und ich habe es keine Sekunde bereut mich alleine auf dieses Abenteuer eingelassen zu haben.

Blick vom Gellert-Berg

Ich glaube man bräuchte mehr als nur eine Woche, um Budapests Sehenswürdigkeiten abzugrasen, denn die Stadt ist Kultur pur und bietet zahlreiche Museen, Kirchen, die größte Synagoge Europas und spannende Anekdoten.

Große Synagoge
Stadtansichten
Hidden Place voller Romantik

Da wäre zum einen die Basilika, ein Must-See und vor allem vergesst nicht hoch auf die Kuppel zu steigen für den 360° Rund-um-Blick auf die Perle an der Donau (kostet ca. 2 EUR). Außerdem schnickt mal zum Parlament rüber, das eher aussieht wie ein Schloss oder gotische Kathedrale. Es ist eins dieser Bauten, die man ansieht und einem automatisch „Aaaah“s und „Ooooh“s über die Lippen flutschen. Haus-Führungen müssen online gebucht werden, einfach mal spontan sich entscheiden, geht in diesem Fall nicht. Das Parlamentsgebäude liegt ebenfalls direkt am Ufer der Donau und beeindruckt allein von Außen durch seine imposante Schönheit.

Heldenplatz
Gellert-Berg
Schattiges Plätzchen
Markthalle

In allererster Linie besteht Budapest gefühlt aus Brücken und Wasser: Davon hat die ungarische Hauptstadt nämlich einige zu bieten. Wenn man diese Stadt fühlen will, so ging es mir jedenfalls, sollte man zu einer ihrer großen Brücken laufen. Etwa in der Mitte stehen bleiben und über das breite Wasser hinwegschauen. Das, was man hier erblickt, ist das Magic Budapest. Jede Brücke bietet dabei eine völlig individuelle Perspektive, einen ganz eigenen und interessanten Blick auf die Stadt.

Parlament

Die Freiheitsbrücke überzeugt mit einem fantastischen Ausblick auf den nahe gelegenen Gellértberg, während die Kettenbrücke mit ihren vier pompösen Löwenstatuen, zwei auf der Buda- und zwei auf der Pestseite, eines der Wahrzeichen und gleichzeitig die älteste Brücke Budapests ist. Die Margarethenbrücke hingegen bietet eine unvergleichbare Sicht auf beide Seiten der Donau, Parlament, Budaer Burg und Fischerbastei-Panorama inklusive.

Fischerbastei
Oper
Markthalle

Weiter geht’s: Die „Champs-Élysées von Budapest“: Andrássy út im Zentrum der Stadt ist die berühmte Boulevardstraße. Sie verbindet die Altstadt mit dem Heldenplatz bzw. dem Stadtwäldchen. Entlang dieser Straße befinden sich das imposante Gebäude der ungarischen Staatsoper (Operaház), Wohn- und Geschäftshäuser, Geschäfte der Nobelmarken sowie das Terror-Haus und je näher man dem Heldenplatz kommt, umso mehr prägen die Villen und Botschaften das Bild.

Erreichst du das Ende der Andrássy út stehst du auf dem größten Platz der Stadt: dem Heldenplatz (Hősök tere) auch Milleniumplatz genannt. Helden der ungarischen Geschichte werden hier durch Skulpturen geehrt. Links und rechts befinden sich die Kunsthalle und das Museum der Bildenden Künste.

Der Platz bildet auch den Eingang zum Stadtwäldchen, einem beliebten Naherholungsgebiet der Einwohner. Hier befindet sich auch Europas größte Kunsteisbahn: Jeden Winter wird auf dem Stadtwäldchen-See künstlich Eis erzeugt. Die Kulisse vor dem Vajdahunyad Schloss könnte hierfür nicht schöner sein.

Direkt dahinter befindet sich eines der schönsten Bäder Budapests: Das Széchenyi Heilbad – ein Freibad im neobarocken Stil. Ich habe mir mal sagen lassen, dass man nicht in Budapest gewesen ist, wenn man nicht auch ein Heilbad genommen hat und das Széchenyi ist zusammen mit dem Gellert-Bad sicherlich das Schönste.

Notiert euch auch unbedingt: in das Cafe im Alexandra Bookstore (Andrássy út 39) reinzugehen für einen Kaffee oder Kuchen, denn selten war Kaffetrinken beeindruckender! Alle, die mehr auf das „moderne“ Budapest stehen, sollten die Ruinen Bars im jüdischen Viertel erkunden, also Bars, die alten, maroden Häusern wieder neues Leben schenken und mindestens genauso verrückt sind wie ihr Volk.

Tipps:

– Der Jewish District Walk ist eine täglich stattfindende Führung , die Dich innerhalb von 2,5 Stunden durch diesen Bezirk führt. Treffpunkt ist jeden Tag um 10 Uhr am Vörösmarty Square vorm Löwenbrunnen. Die Führung ist umsonst, ein Trinkgeld wird am Ende jedoch gerne gesehen und ist durchaus angebracht. Weitere Informationen zu dieser Tour sowie zu anderen Free Walking Tours findest Du hier: www.triptobudapest.hu

– Anders als Paris, London oder Wien ist Budapest vergleichsweise ziemlich günstig und für recht wenig Geld kann man einen tollen Städttrip genießen – allein dafür lohnt es sich schon!

– Besonders günstig und effektiv ist die Tramlinie 2, die an der Donau entlangfährt und von der man aus einen tollen Blick auf viele Sehenswürdigkeiten hat!

– Vorsicht bei Taxen, denn die können echte Touristenfallen sein! Am besten statt einfach ein Taxi anzuhalten bestellt ihr bei den etablierten Taxiunternehmen ein Taxi. Zuverlässige Nummer dafür sind: +36 1 211 1111 und +36 1 222 2222

– Budapest gehört zu den ältesten Städten Europas und hat einiges miterlebt, was sich an vielen Ecken im Stadtbild widerspiegelt. Eine Führungstour, ob auf dem Boot oder zu Fuss kann sich also durchaus lohnen!

So und nun auf nach Budapest!!!

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